Per E-Mail, WhatsApp oder SMS teilt man einen Todesfall dem weiteren Kreis mit — Kollegen, entfernten Freunden, Nachbarn, Vereinen —, nachdem die engste Familie persönlich oder am Telefon benachrichtigt wurde. Die Nachricht ist ein paar Zeilen lang: der Name des Verstorbenen und die Beziehung zu Ihnen, das Sterbedatum ohne medizinische Einzelheiten, die Trauerfeier, falls sie feststeht, und was die Familie sich wünscht. Ein eindeutiger Betreff und der Versand in Blindkopie erledigen den Rest. Die Muster unten lassen sich so übernehmen; Namen und Daten ersetzen.
Texte, um einen Todesfall mitzuteilen, nach Empfänger
Zur Reihenfolge der Benachrichtigungen und zu Facebook und Co. siehe einen Todesfall in sozialen Medien mitteilen. Dem engsten Kreis schreibt man nicht: Man ruft an.
An Kollegen und den Arbeitgeber
E-Mail — Betreff: Tod meiner Mutter, Ursula Becker
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine Mutter, Ursula Becker, ist am 3. Oktober gestorben. Ich bin bis einschließlich 10. Oktober nicht im Büro; Sabine übernimmt in dieser Zeit meine laufenden Vorgänge.
Die Trauerfeier findet am 8. Oktober um 14 Uhr in der Friedhofskapelle Freiburg-Haslach statt. Wer möchte, ist willkommen.
Danke für euer Verständnis, Thomas
WhatsApp an einen vertrauten Kollegen
Hier ist Thomas. Meine Mutter ist gestern gestorben. Ich bin die ganze Woche nicht da, dem Team schreibe ich per Mail. Trauerfeier Mittwoch um 14 Uhr in Haslach.
Bei der Arbeit nennt man weder Ursache noch Umstände. Wer Ihre Vorgänge übernimmt, gleich mit zu nennen, erspart Ihnen ein Dutzend E-Mails während Ihrer Abwesenheit.
An entfernte Freunde
E-Mail — Betreff: Klaus Hoffmann (1951–2026)
Liebe Freunde,
mit großer Traurigkeit muss ich euch mitteilen, dass Klaus am 3. Oktober gestorben ist, mit 75 Jahren. Viele von euch waren mit ihm wandern und haben die Sonntage im Allgäu mit ihm verbracht; ich wollte, dass ihr es von uns erfahrt.
Die Trauerfeier ist am Freitag, 9. Oktober, um 10:30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Kempten. Statt Kränzen wünscht sich die Familie Wiesenblumen.
Gabriele
Guten Abend, hier ist Gabriele Hoffmann. Klaus ist heute Morgen gestorben. Die Trauerfeier ist Freitag um 10:30 Uhr in St. Martin in Kempten. Ich umarme dich.
An die entferntere Familie
E-Mail — Betreff: Oma Erika
Liebe Petra, lieber Jürgen,
Oma Erika ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gestorben, mit 94 Jahren, im Pflegeheim in Bad Tölz. Sie hatte keine Schmerzen.
Den Termin für die Beerdigung haben wir noch nicht. Ich schreibe euch, sobald wir ihn kennen.
Herzliche Grüße, Anja
An Nachbarn, einen Verein, einen Club
E-Mail — Betreff: Tod von Werner Schulze, Vereinsmitglied seit 1998
Guten Tag,
mit großer Trauer teile ich Ihnen mit, dass mein Vater, Werner Schulze, am 2. Oktober gestorben ist. Er war seit 1998 Mitglied im Verein und hing sehr daran.
Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Wer möchte, kann der Familie gern ein paar Worte schreiben.
Mit freundlichen Grüßen Miriam Schulze
Nachricht an einen Nachbarn
Guten Tag, hier ist Miriam, die Tochter von Werner. Papa ist am Dienstag gestorben. Danke für alles, was Sie in den letzten Monaten für ihn getan haben.
Je nach Verstorbenem: der erste Satz ändert sich
Der Rest der Nachricht lässt sich aus den Mustern oben übernehmen; der Anfang hängt davon ab, wer gestorben ist.
Der Tod eines Elternteils — der Mutter, des Vaters:
Meine Mutter, Ursula, ist heute Morgen im Krankenhaus in Freiburg gestorben, mit 82 Jahren.
Der Tod des Partners:
Ich muss euch etwas sehr Schweres mitteilen: Peter, mein Mann, ist am Sonntag gestorben.
Der Tod eines Kindes. Man schreibt so wenig wie möglich, und oft schreibt nicht die Mutter oder der Vater selbst: Ein Angehöriger schickt die Nachricht in ihrem Namen.
Ich schreibe im Namen von Julia und Stefan. Ihr Sohn Lukas ist am 12. Oktober gestorben. Sie können im Moment nicht antworten; ich gebe euch Bescheid, sobald der Termin der Trauerfeier feststeht.
Was sich nicht ändert, gleich wer gestorben ist: das Wort „gestorben“ oder „verstorben“ im ersten Satz. Eine Umschreibung wie „von uns gegangen“ zwingt den Empfänger zum Raten, und genau das soll eine schriftliche Nachricht ihm ersparen.
Was die Nachricht enthalten sollte
- Den vollen Namen des Verstorbenen, und die Beziehung zu Ihnen, wenn der Empfänger ihn nicht kannte.
- Das Sterbedatum. Nie medizinische Einzelheiten: Wer sie erzählen will, tut es später, persönlich.
- Die Trauerfeier: Datum, Uhrzeit, Ort. Steht sie noch nicht fest, sagt man das und kündigt eine zweite Nachricht an.
- Den Wunsch der Familie, falls es einen gibt: Beisetzung im engsten Kreis, keine Blumen, Spenden an einen Verein.
Drei Fehler, die eine E-Mail schlecht ankommen lassen
Ein vager Betreff. „Traurige Nachricht“ oder „Information“ sehen aus wie Werbung oder gehen unter. In den Betreff gehört der Name des Verstorbenen: Er ist das Einzige, was der Empfänger liest, bevor er öffnet.
Sichtbare Adressen. Eine Sammelmail an zwanzig Personen geht in Blindkopie (BCC) hinaus. Sonst erhält jeder die Adressen aller, und die Antworten „an alle“ reißen tagelang nicht ab. In WhatsApp gilt dasselbe für Gruppen: Eine Gruppe nur für die Todesnachricht anzulegen, holt Menschen zusammen, die sich nicht kennen. Lieber einzeln schicken oder eine Broadcast-Liste nehmen.
Eine einzige Nachricht für alle. Der Kollege und die Cousine brauchen nicht denselben Text. Zwei oder drei Fassungen genügen, und sie sind mit den Mustern oben in zehn Minuten geschrieben.
Die zweite Nachricht
Steht die Trauerfeier zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht fest, greift eine zweite E-Mail denselben Betreff auf, ergänzt um „Trauerfeier“: „Klaus Hoffmann — Trauerfeier am 9. Oktober“. Sie wiederholt die Nachricht nicht, sie liefert die praktische Auskunft. Für alle, die da waren oder geschrieben haben, folgt einige Wochen später die Danksagung: siehe Danksagung im Trauerfall. Die Traueranzeige in der Zeitung ist ein anderer Text, öffentlich und förmlicher: siehe eine Traueranzeige schreiben.
Ein einziger Link statt fünfzig Antworten
Eine Mitteilung per E-Mail zieht Antworten nach sich, und sie kommen über Wochen, verstreut in den Postfächern aller. Manche Familien setzen ans Ende der Nachricht einen Link zu einer Gedenkseite für den Verstorbenen, etwa bei forevr: Jeder kann dort ohne Konto eine Kerze anzünden und ein paar Worte dazuschreiben, und alles bleibt an einem Ort.
Der Ratgeber zum Gedenken an Verstorbene versammelt die anderen Wege, diese ersten Tage zu begehen.



